Lügen lassen, leben lassen, gehen lassen


Der böse Jude

Wie wurde aus dem alten menschenfreundlichen Milliardär George Soros einer der meist gehassten Menschen der Welt? Ganz einfach: Indem jemand die antisemitische Lüge erfand, Soros, der Jude, habe sich die Welt gekauft.

Hannes Grassegger · Das Magazin · 45 Minuten


Leben lassen
Medizin an Tieren zu testen, um Menschen zu schützen, war der Goldstandard in der Forschung. Aber die Welt wandelt sich. Protestierten einst Tierschützer gegen die Versuche, sind es jetzt Eliteforscher und Konzernbosse.

Lorenz Wagner · SZ-Magazin (€) · 30 Minuten

Alternativ auf Blendle lesen


Die besten Tarte-Orte

Lohnt es sich, nach Paris zu fahren, um ausschließlich Kuchen zu essen? Ja, unbedingt! Aber man bekommt Bauchweh davon, ein schlechtes Gewissen und wahnsinnige Lust auf eine Hühnersuppe.

Alard von Kittlitz · Die Zeit · 15 Minuten

 

 


 Satz der Woche

»In der steifen Welt der Politik liess Arthur die Krawatte stets gelockert und lief in Socken durchs Büro. Er konnte sich alles erlauben, denn er war die rechte Hirnhälfte der Rechten.«

(Hannes Grassegger über Arthur Finkelstein, den Mann, der die Hetzkampagne gegen George Soros erfunden hat)

 


Woran man gute Reportagen erkennt

Ausgewählt von Anant Agarvala 

 

Minuspunkt

Superlative Behauptungen. Beliebt insbesondere im dritten, vierten Absatz, um eine Geschichte mit Relevanz aufzublasen und zu zeigen, warum sie genau jetzt erschienen ist: „Über nichts diskutieren Deutsche derzeit so viel wie über den Islam.“ Oder: „Noch nie war es so schwer, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden wie heute, in den Zeiten von Fake News.“ Beim Lesen vermute ich häufig, dass die Behauptungen nicht stimmen, überprüfen lassen sie sich aber kaum. Ähnlich nervig: Die eigene Recherche als alternativlos darstellen: „Wer verstehen will, warum der SPD die Wähler davon laufen, muss nach Ibbenbüren fahren.“ Muss man wirklich?

(Alle Sätze sind frei erfunden)

Pluspunkt

Lakonische Einstiege. Sprachlich nicht zu viel zu wollen, gerade im ersten Satz, das gefällt mir fast immer sehr gut. Häufig ist es einfach nur ein Hauptsatz, komma- und detailarm, keine dynamischen Verben, nicht bedeutungsschwanger, dafür umso beeindruckender.

„Der Tag war ohne Wetter und Trost.“

„Die eigene Hässlichkeit kann ein Rausch sein.“

„Die Möglichkeiten, einen Koch wie Witzigmann zu verletzen, sind zahlreich.“

„Mutter ist gestorben, jetzt ist sie weg.“

(Alle Sätze sind aus veröffentlichten Texten)