Henry Nonsens: Costa Cordalis

 

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Wer Costa Cordalis (links) sprechen will, der muss Fürst Heinz von Sayn-Wittgenstein (rechts) anrufen. Fürst Heinz, bekannt geworden mit Auftritten in Doku-Soaps, lebt auf Mallorca in seiner Villa Colani, viel Gold, viel Swarowski, nur 700 Meter von Cordalis’ Haus entfernt. Abends sitzen die beiden häufig auf der Terrasse seiner Villa, sagt Fürst Heinz.

Glaubt man ihm, kennen die beiden sich, „seit es den Schlager gibt.“ Fürst Heinz war damals noch kein Millionär, sondern DJ in Regensburg und legte in den Discos auf, in denen Cordalis auftrat. „Der Costa und ich, wir sind wie Brüder. Ich kann besser reden, er kann besser singen. Wenn wir schwul wären“, sagt Fürst Heinz, „wären wir ein Pärchen.“ Dann gibt er uns die Handynummer von Costa Cordalis. Wir sollen liebe Grüße bestellen.

Wir erreichen Costa Cordalis im Supermarkt auf Mallorca. Er stehe gerade mit dem Einkaufswagen am Obststand, sagt er. Er spricht mit ruhiger und leiser Stimme.

Herr Cordalis, am besten hat Ihnen der Text von Alexander Smoltczyk „Ich bin Tatunca, Punkt“ gefallen. Warum?

Na ja, das war lustig erzählt. Ich fand das gut. Aber dieser andere Text von dieser Frau, der war mir zu billig.

Sie meinen „Schmerzdame“ von Else Buschheuer?

Ja, genau. Das war zu sehr unter der Gürtellinie, weißt du? Aber die Japaner waren gut. Und der über die Hemingway-Doubles auch. Eine geniale Idee.

Bei „Ich bin Tatunca, Punkt“ geht es um einen Mann, der seine Heimat verlässt, um sich in der Fremde neu zu erfinden. Haben Sie sich darin wiedererkannt?

Nein. Ich kam ja als 17-Jähriger nach Deutschland und wollte nur Musik machen. Ich wollte kein Häuptling werden und auch kein Tatunca.

Aber immerhin wurden Sie Deutschlands erster Dschungelkönig.

Ja, später, da hast du Recht. Ich liebe die Natur und den Dschungel. Und ich habe bewiesen, dass ich cool bleibe, auch wenn mir Spinnen übers Gesicht laufen.

Wobei Sie nie – wie Tatunca – nur einen Lendenschurz und eine Feder getragen hätten.

Nee, das ist klar. Ich hatte im Dschungel die Kleidung an, die RTL mir gegeben hat.

Wissen Sie eigentlich, dass Tatuncas Frau „Anita“ heißt, so wie ihr größter Song?

Ja, das hat mir auch gefallen irgendwie. Das war einfach ein guter Text. Eine schöne Sprache.

Wo liegt die Poesie in ihren Texten?

Sie liegt darin, dass ich den Menschen ein schönes Gefühl vermitteln möchte. Aber ich möchte sie nicht belehren. Es geht immer um die Musik und den Rhythmus. So wie bei meiner neuesten Ballade „Ich träume“, schau da mal rein, der Heinz hat sie auf einer Facebook-Seite gepostet.

Herr Cordalis, würden sie – wie Tatunca – auch in den Amazonas gehen?

Ja, das würde ich gerne mal machen. Aber vielleicht gehe ich erst mal zurück nach Australien, ich habe ein Angebot von RTL, „Sommerdschungel“ soll das heißen. Aber ich weiß noch nicht, ob ich es mache. Ich war der allererste Dschungelkönig, besser kann es nicht mehr werden. Andererseits vermisse ich den Dschungel. Ich vermisse es, mit den Kängurus zu frühstücken. Auf Mallorca gibt es ja keine Kängurus. Mallorca erinnert mich an Griechenland.

Interview: Björn Stephan

 

Costa Cordalis‘ Rangliste:

1

Ich bin Tatunca. Punkt.

Von Alexander Smoltczyk · Der Spiegel

2

Nenn mich Papa!

Von Oliver Maria Schmitt · FAS / Rowohlt Berlin

3

Zwei Arschgeigen in Japan

Von Alard von Kittlitz & Philip Eppelsheim · FAS

4

Blut, Schweiß und Stefan

Von Dirk Gieselmann · 11 FREUNDE

5

Schmerzdame

Von Else Buschheuer · Süddeutsche Zeitung-Magazin