Alpen, Abgrund, Okolofutbola

Kleiner Brauner

Seit diesem Winter sitzt in Wien eine neue Regierung. Ganz Europa fragt sich seitdem, was da gerade passiert. Dabei ist das nichts Neues: Die FPÖ regierte schon einmal – und Österreich geht schon viel länger auf diesem Pfad.

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Der alltägliche Kampf gegen Kinderpornografie

Karin M. sagt: Man hat Mitleid, aber leidet nicht mit. Sie sagt „man“​, weil das hilft. Wenn sie sieht, wie ein Vater seine eigene Tochter Schlampe​ nennt. Karin M. ist Kommissarin und ermittelt online gegen Kinderschänder. Wie geht sie daran nicht zugrunde?

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Krawall und Remmidemmi

Russische Hooligans gelten als besonders brutal, so brutal, dass selbst Hooligans aus anderen Ländern sie fürchten. Die Angst war groß, dass ihre Gewalt die heile Fußball-Weltmeisterschaft überdecken würde. Doch es kam anders. Warum?

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Satz der Woche

»Wer verstehen will, wer diese Kristine Hänel ist, die gestandene Frauenrechtlerinnen dazu bringt, ihre Hosen auszuziehen, der muss nicht unbedingt an diesem Tag in Karlsruhe dabei sein. Jeder andere Tag, an einem anderen Ort, geht auch.​«

L. Fritzsche, C. Gschwendtner, K. Ludwig, SZ-Magazin

 

Wie haben Sie das gemacht?

Pepe Egger, in der Reportage „Ein Jahr ohne Lea“ beschreiben Sie, wie ein Elternpaar mit dem Suizid ihrer 16-jährigen Tochter umgeht. Wie haben Sie von Leas Tod erfahren?
Eigentlich müsste unter der Reportage stehen: Nach einer Idee von Katja Füchsel. Sie ist Redakteurin und beim Tagesspiegel für die Seite Drei zuständig. Katja hat in Kreuzberg die Zettel entdeckt, auf denen nach Lea gesucht wurde. Damals wurde Lea vermisst. Katja hat mich gebeten, dem nachzugehen. Wie fühlt sich das an, wenn deine Tochter vermisst wird?

War es schwer, Vertrauen zu den Eltern aufzubauen?
Nein. Die Telefonnummer stand auf dem Zettel und die Familie hatte Interesse an möglichst großer Öffentlichkeit. Die Eltern haben mit mehreren Zeitungen zusammengearbeitet.

Aber diese Geschichte findet man nirgends. Warum wurde sie nicht gedruckt?
Einen Tag, bevor der Text veröffentlicht werden sollte, haben die Eltern mir geschrieben: „Bitte nicht drucken. Lea ist tot.“

Sie haben die Familie im Jahr nach Leas Tod weiterbegleitet. Wie kam es dazu?
Auch das ging von Katja aus. Mehrere Monate nach dem Tod habe ich mich dann bei den Eltern gemeldet. Ich schrieb, dass ich wisse, dass das seltsam klinge, aber ich sie gerne weiter begleiten würde. Sie haben zugestimmt, in der Hoffnung mit dieser Geschichte anderen Eltern mit einem ähnlichen Schicksal zu helfen. Ihre einzige Bedingung war, dass sie die Geschichte lesen dürfen, bevor sie veröffentlicht wird.

Über den Tod des Kindes zu sprechen, fällt vielen Eltern schon untereinander schwer. Wie haben Sie mit den Eltern gesprochen?
Ich habe mich einfach in ihre Wohnung gesetzt und zugehört, monatelang. Ich konnte mit der Therapeutin sprechen, mit Freunden von Lea und habe die Eltern bis zum Friedhof begleitet.

Was war das Schwierigste? 
Einerseits, über einen Suizid zu schreiben, möglichst offen und detailliert, und zugleich zu berücksichtigen, was verschiedene Studien zur Berichterstattung nahelegen, um Nachahmungstaten zu vermeiden. Andererseits hatte das Ganze für mich auch einen persönlichen Bezug, ich habe auch eine Tochter. Sie ist 12, und natürlich habe ich mich gefragt, wie wird das bei ihr sein, wenn sie größer wird. Wie wird sie mit all dem umgehen, was auf sie zukommt? Wie schaffe ich es, den Draht zu ihr nicht zu verlieren? Die Offenheit von Leas Eltern hat mich dabei immer beeindruckt.

Pepe Egger ist freier Journalist. Er hat in London als politischer Analyst gearbeitet, bevor er begann, in Berlin Reportagen zu schreiben. Ein Jahr ohne Lea erschien im Tagesspiegel.