Gescheitert, gebrandmarkt, gegrölt

Der Nachtfalter

Diether Dehm war Musikproduzent und Stasi-Mitarbeiter, heute ist er Bundestagsabgeordneter für die Linke. Eigentlich will er Anerkennung. Doch weil er ohne Aufmerksamkeit nicht kann, bekommt er sie nur von denen, von denen er sie nicht haben will.

Nicola Abé · Der Spiegel · (€), 15 Minuten

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Wir waren in dem Viertel, das das schlimmste Getto Dänemarks sein soll

Bandenkriege und Elend: Mjølnerparken ist das berüchtigtste Getto in Dänemark. Oder stellen es Politiker nur so dar, um sich zu profilieren? Ein Lehrstück über Ängste in der Einwanderungsgesellschaft und deren Folgen.

Steffen Lüdke · bento · 15 Minuten

 

Famos a la Playa

Wie wird aus Dah-Dah-Da-Da-Da-Dah-Dah ein Millionenhit? Wie viel Routine verlangt der Exzess? Mallorca-Sängerlegende Mickie Krause braucht dafür keinen Eimer Sangria, aber einen Mann namens Amaretto. Ein Blick hinter die Kulissen der Party-Insel.

 Cornelius Pollmer · Süddeutsche Zeitung · 15 Minuten

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Satz der Woche

»Es gibt zwei Sorten von Schmerz, sagt Ilja Kapustin: Schmerzen, die man kennt und auf die man sich einstellen kann, und Schmerzen, von denen man sich nicht vorstellen kann, dass sie existieren, bis man sie zum ersten Mal spürt.«

Paul Toetzke, Taz

 

Wie haben Sie das gemacht?

Alard von Kittlitz ist Redakteur im Ressort „Z“ bei der ZEIT. Er wurde u.a. mit dem Axel-Springer-Preis ausgezeichnet. Mit uns hat er über seine Reportage „Wie sagt man einer Mutter, dass ihr Kind stirbt?“ gesprochen.

Foto: Kranzler/Phelps

Alard von Kittlitz, du hast für deine Recherche über den Alltag auf der Neurologischen Intensivstation in der Berliner Charité einen Hospitantenvertrag unterschrieben. Warum?
Es ging dabei um Rechtssicherheit für die Ärzte der Charité – ich sollte keine Patientendaten veröffentlichen, und der juristisch einfachste Weg war offenbar, dass ich so einen Vertrag unterzeichne.

Gab es weitere Bedingungen für die Recherche vonseiten der Charité?
Ich musste eine „Belehrung“ durch den ärztlichen Direktor der Klinik bekommen, der mir im Grunde nur noch einmal sagte, dass ich keine Patientendaten veröffentlichen soll. Ansonsten war da nicht viel, es dauerte allerdings ein bisschen, bis die Klinik endgültig zusagte. Ich glaube, es ist für Ärzte immer ein großes Risiko, sich von Fachfremden auf die Finger schauen zu lassen, und die Klinik hatte vielleicht Angst, dass es mir nicht genuin um eine Darstellung des Stationsalltags gehen könnte.

Wie sah dein Arbeitsalltag als Hospitant aus?
Ich kam in der Regel gegen 9 Uhr auf die Station und blieb bis etwa 16 Uhr. Ich hatte dann ehrlich gesagt auch jedes Mal genug. In der Zeit bin ich Wolf oder Köhnlein hinterhergerannt, meistens, habe geschaut, was die machen, mit denen geredet, wenn sie Zeit hatten. Die haben sich aber sehr große Mühe gegeben für mich.

Wussten alle Familienangehörigen und Patienten, dass du ein Reporter bist?
Alle, die bei Bewusstsein waren, ja. Bei der Schwedin habe ich ihren Mann gefragt, ob ich den Fall beschreiben darf.

Wie hast du es geschafft, als Reporter dabei zu sein, wenn der Arzt den Angehörigen sagt, dass ihr Kind oder Partner stirbt? Was hat das mit dir gemacht?
Wolf und Köhnlein haben mich eigentlich ziemlich grundsätzlich überallhin mitgenommen. In dem Fall hat Wolf mir gesagt, ich solle mitkommen, das würde nun ein blödes Gespräch werden. Ich weiß nicht, was das mit mir gemacht hat. Ich habe mich gefragt, ob es zulässig ist, so einer Situation als Reporter beizuwohnen, ob der Text das rechtfertigen kann. Ich fand es nicht so leicht auf der 102i, ich bin jeden Tag langsamer hin gegangen. Ich dachte manchmal, die Angehörigen haben es schwerer als die Patienten.