Schwarz, Tod, Grün


Personenschaden

Stephan Kniest ist erst 36 Jahre alt und hat bereits vier Menschen totgefahren. Kniest ist Lokführer. Wie kann ein Mensch das ertragen?

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Hallo, ich bin die dritte Option

Als Maxi das erste Mal mit ihrem Freund schlafen wollte, merkte sie, dass ihr Geschlecht nur von außen aussah wie das einer Frau. Innerlich ist sie ein Mann. Nach der OP ist sie – ja, was eigentlich? Eine Geschichte über das Leben als dritte Option.

Annett Heide · Die ZEIT · 30 Minuten


Ich mag mich

Wer die letzten Wochen nicht im Polarmeer verbracht hat, schreibt die Autorin, dürfte diese Bilder kennen: Robert Habeck im Kornfeld, tanzend im Wattenmeer, oder mit Gischt im Gesicht. Der Grüne will in seiner Partei nach ganz oben. Und irgendwie finden das auch alle gut. Fast.

Constanze von Bullion · Süddeutsche Zeitung (€) · 15 Minuten

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 Satz der Woche 

»Zahlreiche Anschuldigungen lassen sich durch Dokumente aus Archiven belegen, andere durch Aussagen von Zeugen am Filmset und von Freunden und Angehörigen der Frauen.«

Von Jana Simon, Annabel Wahba, Christian Fuchs, Khuê Pham und Nadine Ahr aus der ZEIT

 


Wie haben Sie das gemacht?

Bevor Alexander Schnell für seine Geschichte „Kriegsspiele in Bayern“ Zivilist in einer Kriegssimulation der NATO wurde, musste er einen Vertrag unterschreiben, der ihm genau das verbietet, was er getan hat: eine Geschichte darüber zu schreiben. Um nicht in Schwierigkeiten zu geraten, respektieren wir seinen Wunsch, dieses Interview unter seinem Pseudonym zu führen.

Alexander Schnell, Sie haben zwei Wochen undercover in einer Kriegssimulation der NATO verbracht. In Raversdorf, einer fiktiven Siedlung, gibt es eine Moschee, die während der Simulation zur Dorfkirche wurde, ausgestattet mit einem Fitnessraum für „Zivilisten“ wie Sie. Wie haben Sie es an so einem so absurden Ort ausgehalten?
Gerade am Anfang der Recherche habe ich oft darüber nachgedacht, das Experiment abzubrechen: Wir Zivilisten hingen rum und durften nichts tun. Die Übungsleiter erzählten die ganze Zeit vom Krieg, von großen Schlachten. Aber dann passierte gar nichts. Das war frustrierend, aber Routinen helfen einem. Ich habe jeden Tag Sport getrieben, in diesem Fitnessraum in der Kirche und viel Schach gespielt. Die Aufgabe von uns Zivilisten war es, Stadtleben zu simulieren. Offenbar sieht es nach Stadtleben aus, wenn Männer draußen sitzen, Kaffee trinken und Schach spielen.

Wann wussten Sie, dass daraus noch eine gute Geschichte werden kann?
Als ich den toten Frosch entdeckt habe: das erste Opfer eines sinnlosen Krieges, überfahren von einem Panzer. Habe ich mir so zumindest vorgestellt, in Wirklichkeit war es ein Gülletraktor. Aber von diesem Detail fügte sich die gesamte Struktur des Textes: dass ich das Aberwitzige und Absurde in den Vordergrund stellen werde und dafür wiederkehrende Elemente eines sinnlosen Alltags gebrauchen kann. Zum Beispiel die Begegnung mit kleinen Tieren, die sich nach Raversdorf verirrten. Die große Erzählung dieser Geschichte liegt in der Abwesenheit einer großen Erzählung.

Sind Sie mal aus Ihrer Rolle als Zivilist gefallen?
Nicht wirklich, ich hatte nur eine kleine Rolle und habe mehr beobachtet als mitgespielt. Aber es gab da Menschen, deren Lebensinhalt es ist, Zivilisten bei Kriegssimulationen darzustellen. Die wollen in ihrer Rolle überzeugen, damit die Übungsleiter ihnen das nächste Mal eine richtig große Rolle geben: Bürgermeister oder sogar Polizeichef!

Wie haben Sie solche Beobachtungen festgehalten, ohne als Journalist aufzufallen?
Ich wollte nicht der Typ sein, der stundenlang so tut, als würde er Tagebuch schreiben. Viel zu auffällig. Um Notizen zu machen, habe ich mich in den Aufenthaltsräumen versteckt – oder im Wald.

Aufgeschrieben haben Sie die Geschichte unter einem Pseudonym. Aber warum ausgerechnet „Alexander Schnell“?
Alexander, weil es so ein gewöhnlicher Name ist. Und Schnell, weil ich den Kontrast lustig fand: Die Zeit in Raversdorf verging ja so unfassbar langsam.